Was man über Kükenaufzucht (Hand) wissen muss

Seit einem Jahr bin ich begeisterter Hühnerhalter und kenne mich daher vom Schlupf bis zur Brütenden Mutter aus. Zwar klären sich bei mir auch immer wieder neue Fragen, doch den Anfängern helfe ich gern weiter mit dem Wissen was ich durch meine Fragen und Erfahrungen gesammelt habe.

Wenn eure Fragen sich hier oder in meinen anderen Berichten nicht kären, schreibt mir gern ein Kommentar. Ich freue mich, wenn ich einem Starter helfen kann, sodass er sich sicherer fühlt und auch Fehler vermieden werden können. Alles was ich schreibe sind eigene Erfahrungen oder von tausend Forums die ich in dem ganzen Jahr durchschaut habe.

 

Fangen wir von ganz vorn an.

Vor einem Jahr in den Sommerferien holte ich mir aus Bremen 2 Tage alte Appenzeller Spitzhauben, zu denen werde ich in einem anderen Bericht mehr schreiben.

Da ich selbst für diese Tiere die Mutti ersetzen wollte, setzte ich sie in einen Kaninchenstall in meinem Zimmer. Sie waren zu acht. Zu Anfang kann man leider nicht das Geschlecht erkennen, weshalb ich mir acht holte. Man weiß ja nie wie viele davon Hähne sind!!!

Zur Einrichtung des Stalls:

Das aller wichtigste ist die Wärmelampe (Rotlicht)! Ohne diese würden die Küken schnell erfrieren.

Die Wärmelampe wird soweit über den Stall gehängt, dass man auch nach ner stunde noch die richtige Temperatur darunter hat. Die Tiere sollten auch nicht an die Wärmelampe dran stoßen können.

DIe genauen Gradzahlen weiß ich nicht auswendig, richtet euch sowieso lieber nach den Küken. Als Richtwert: Körpertemperatur. Kuscheln sich die Küken darunter aneinander, ist ihnen zu kalt und die Lampe muss tiefer. Ist den Küken zu warm, versuchen sie sich vom Licht weit auseinander zu setzen.

Das Licht sollte nur den halben Stall treffen, so können die Küken ausweichen wenn sie möchten und gewöhnen sich auch an die kälteren Temperaturen.

Als Boden im Stall habe ich Holzspäne und Sand abwechselnd ausprobiert.

Holzspäne: Laut Internet können die Küken davon fressen, diese quillen im Bauch auf und das Küken stirbt. (da ich das gelesen habe, gebe ich ihnen auch keine Haferflocken, die machen sich ja auch breit). Das aufquillen ist bei Wassertöpfen im Stall auch doof

Bei mir ist aber kein Küken gestorben!

Sand: Guter Wärmeleiter, aber stinkt! In meinem Zimmer wollte ich die Küken so nicht halten. Außerdem ist er schwerer zu transportieren. Der Sand fliegt auch überall außerhalb des Käfigs rum.

Mein Fazit: Ich bevorzuge Holzspäne… leicht, gut riechend,

Thema Futter

Wasser sollte bereit stehen, das trinken die Küken unter Anderem auch, um ihren Körper zu kühlen. Futter empfehle ich Pellets für Küken. Diese muss man erst klein zermalmen mit Hilfe eines Löffels oder Ähnlichem. Am besten steckt ihr die Pellets in eine Plastiktüte, dann geht nichts verloren.

Werden die Küken älter, so kann man immer mal ein paar Pellets nicht mehr ganz so klein machen und schauen ob sie auch die größeren fressen. Irgentwan schaffen sie die Pellets dann ohne dass man sie großartig klein machen muss.

Wasser und Futter sollten möglichst sauber gehalten werden, die Küken können sonst krank werden.

 

Tiermutter sein ist anstrengend!

Jeder der sie mit der Hand im eigenen Zimmer großziehen will, sollte bedenken: Sie sind genauso wie Menschenbabys. Mitten in der Nacht schreien sie nach Aufmerksamkeit, wecken ihre Geschwister auf dreiste Weisen, bis alle nach dir schreien. Ich muss sagen, so wenig Schlaf ist Kräfte ziehend, doch ich habs unglaublich gern getan, mich nachts zu ihnen zu setzen, wenn eins mich vermisste und es dann solang zu streicheln und mit ihm zu reden bis es einschlief.

Ich hatte einen der wirklich immer schrie sobald ich aus dem Zimmer ging. Er schrie so laut dass ich ruhig eine Etage tiefer Fern schauen konnte, man hörte ihn noch immer.

Und wenn ich nicht kam, sprang er auf seinen Geschwistern rum bis die mitschrien. Lustiger Weise konnten sie nicht so laut wie er. Ich muss zugeben, ich vermisse diese Zeit.

Jede Frau die Mama werden will, aber keinen Hund will, schafft euch Küken an. Die sind nicht lang so klein, aber schreien in der Zeit was das Zeug hält. Stall muss gereinigt werden, Futter vorbereitet werden, Wasser geholt werden, Schalen sauber machen, sie ein wenig mit Bauklötzen beschäftigen… alle sowas.

Dazu fällt mir noch ein: Die Kleinen freuen sich über kleine Ästchen oder Klötze auf die sie drauf springen und runter hüpfen können

Achja und!! Es heißt im Internet man kriegt die nicht zahm! Son Quatsch! Bei mir sind sie als sie ausgewachsen waren auf den Rücken geflogen! Das kommt natürlich aber auch auf die Hühner selbst an und wie viel Zeit ihr mit ihnen verbringt. Als ich über den Winter nicht mehr so oft mit den Hühnern drauße war, haben sie auch langsam mehr Abstand genommen. Doch sie lassen sich jetzt noch streicheln, füttern und kommen sehr nah ran.

Aus den Küken wurden dann 3 Weibchen und  5 Hähne. Sehr deprimierend.

Viel Glück bei euren Hand-Aufzuchten! 🙂

 

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