Worauf warten wir eigentlich?

Das neue Jahr hat begonnen, es ist die Zeit der guten Vorsätze. „Ich möchte dieses Jahr endlich mehr Sport treiben… mich gesünder ernähren… mir mehr Zeit für mich nehmen…“ So oder ähnlich sehen die Wünsche der meisten aus – und zwar jedes Jahr aufs Neue. Der Jahreswechsel wird als „Neustart“ für sich selbst angesehen. Doch oftmals vergessen wir unseren guten Willen schon nach kurzer Zeit. Immer häufiger werden Ausreden gefunden oder Ausnahmen gemacht. „Ach, nur diese eine Zigarette, das wird schon nicht so schlimm sein…“

Doch wie sieht es aus mit den ganz großen Träumen? Mit den Dingen, die sich nicht in einen einfachen Neujahrsvorsatz stecken lassen. Die Wünsche und tiefen Sehnsüchte, die in uns schlummern und die wir in unserem Leben irgendwann mal erreicht haben möchten. Sie haben viele Gesichter, doch in einem sind sie alle gleich: Wir haben großen Respekt vor ihnen. Manchmal sogar so viel, dass Träume immer Träume bleiben. Doch was genau hindert uns eigentlich daran, sie zu verwirklichen? Oftmals schieben wir es auf äußere Umstände, wie den Mangel an Zeit oder Geld; obwohl es letztlich an uns und unserem Mut liegt, unsere Herzenswünsche zu realisieren. Denn wie heißt es so schön im Volksmund: „Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.“ Es gibt im Leben immer die Dinge, die man muss, und die, die man will. Die Prioritäten setzen wir selbst; und dennoch putzen wir lieber die Wohnung oder setzen uns einfach sinnlos vor den Fernseher, anstatt endlich die Reise nach Indien zu planen oder uns an den Roman zu setzen, der schon so lange geschrieben werden will.

Vielleicht haben wir auch Angst vor dem Resultat. Angst, dass die Realität des Traumes ganz anders aussieht, als wir sie uns immer ausgemalt haben. Oder wir schrecken vor der Arbeit zurück, die bei der Erfüllung unserer Träume natürlich nicht ausbleibt. Wir werden nicht eines Tages aufwachen, in unserem Traumhaus in der Karibik sitzen und ein Spitzenmanager sein. Und genau diese Tatsache legt uns Steine in den Weg, denn heutzutage sind wir es gewohnt, dass wir für das, was wir wollen, kaum noch etwas tun müssen. Gefällt uns ein Pullover, dann kaufen wir ihn. Haben wir Hunger, so füllt sich der Teller dank Tiefkühlkost und Fastfood ohne große Mühe. Unsere Sehnsüchte ernst zu nehmen und uns tatsächlich ihretwegen aufzuraffen, würde uns aus unserer Bequemlichkeit herauszerren. Doch viel zu oft vergessen wir, dass es nicht nur Aufwand bedeutet, der Realisierung unserer Wünsche nachzugehen. Es erfüllt uns auch, denn es sind schließlich die Dinge, die wir uns am meisten für unser Leben erhoffen.

Wie oft sehen wir halb neidisch, halb bewundernd auf die Spitzensportler und Models im Fernsehen und es ist uns gar nicht so bewusst, dass auch sie nur Menschen sind. Auch sie mussten oft hart für ihre Lebensträume arbeiten. Der einzige Unterschied zwischen ihnen und uns ist, dass sie es einfach getan haben. Sie haben es gewagt, den ersten Schritt zu gehen, sind drangeblieben und haben es geschafft. Unsere Wünsche, so unterschiedlich sie auch sein mögen – keiner ist unerreichbar. Auch, wenn es manchmal den Anschein macht. Jemand, der klein anfängt, erreicht mehr als jemand, der gar nicht anfängt. Und ich denke wir wären ziemlich enttäuscht von uns selbst, wenn wir am Ende unseres Lebens feststellen müssten, dass wir es trotz der schier unendlichen Möglichkeiten dieser Welt nicht geschafft haben, einfach anzufangen.

Letztendlich liegt das Geheimnis im ersten Schritt. Haben wir erst einmal begonnen, findet sich der Rest oft von ganz allein. Es ist diese kleine Überwindung, endlich anzufangen, die uns so viel Kraft kostet. Sich einen Ruck zu geben und etwas in die Hand zu nehmen. Das ist wie beim Sport: oftmals fällt es uns schwer, vom gemütlichen Sofa aufzustehen, unsere Sportschuhe zu schnüren und loszulaufen. Doch hinterher fühlen wir uns meist viel besser und sind froh, dass wir es geschafft haben, unseren inneren Schweinehund zu bezwingen. Mit den Lebensträumen ist es nicht anders. Probiert es aus, ihr werdet erstaunt sein. Am Besten geht ihr direkt los und meldet euch für den Nähkurs an. Oder ihr kauft euch endlich das lang ersehnte Kamera-Equipment und zieht raus in die Natur. Was auch immer euer Herz höher schlagen lässt: setzt es in die Tat um. Denn Träume sind dazu da, um erfüllt zu werden. In diesem Sinne ein schönes Jahr 2014 und frohes Schaffen.

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