Vom befruchtetem Ei bis zum kleinen Küken (mit Glucke)

Vor ca. einem Jahr bekam ich 2 Tage alte Küken, diese habe ich mit der Hand aufgezogen. Doch dazu erfahrt ihr mehr in meinen anderen Berichten. Da ich von den damaligen Küken 3 Weibchen und 1 Männchen behalten habe, ist es klar dass die mittlerweile erwachsenen Hennen befruchtete Eier legen.

Damit starte ich auch schon direkt in den Anfang aller Anfänge:

Da ich nur 3 Hennen besaß (eine ist leider letztens vom Nachbars Hund erwischt worden) und einen Hahn mit viel zu vielen Hormonen, kann man sich denken, dass die Hennen kaum unbefruchtete Eier legen. Dem entsprechend sieht jedoch auch ihr Rücken aus. Daher tue ich den Hahn sehr warscheinlich bald weg, er ist ziehmlich aggressiv gestimmt.

Dass bei mir einmal die Eier nicht gleich gegessen werden, war eine spontane Entscheidung. 2 Hennen bekamen Lust zu brüten und das war echt schön zu beobachten, sodass wir ihnen die Eier nicht nehmen wollten. Allerdings gabs selbst dort schon Schwierigkeiten: Da sie das erste Mal brüten und ich auch das erste Mal bei sowas bei war, gabs einige Fragen und seltsame Reaktionen der Glucken.

Da ich keine Namen für sie habe, nenne ich die Beiden einfach Braun und Weiß, damit der Text verständlich bleibt 😉

Die Braune sammelte seit einigen Tagen Eier. Dafür hat sie sich ein Nest weit weg von ihrem eigentlichen Zuhause gesucht. Dieses Nest befand sich auf unserer Diele, hinter dem Scheunentor. Da es weit offen stand, war dahinter nur ein Spalt frei, dieser war aber dunkel / windstill und groß genug fürs Huhn.

Problem an der ganzen Sache: Dort wären Küken nicht sicher vor unseren Katzen usw.

Doch nicht nur der Platz stellte Probleme, sondern auch die Henne selbst. Sie legte jeden Tag ein Ei dazu, doch wirklich drauf saß sie auch nach 20 Eiern noch nicht. Diese passten jedoch so schon nicht mehr unter ihr Federkleid.

Irgentwan zwischendurch, bemerkte ich auch, dass die Weiße nicht mehr aus ihrem Nest wollte. Anders als die braune, blieb sie im Stall sitzen, wo eigentlich auch die dritte meiner Hennen gern weiter ihre Eier reingelegt hätte.

Die Weiße ließ sich dennoch nicht vertreiben. Unter ihr waren aber nur 3 Eier, welche sie ausbrüten wollte.

Schnell kam ich zu dem Entschluss der braunen ein paar wegzunehmen und der weißen mit unter zu schieben, da die Braune eh zu viele hatte. 4 Eier also bekam die Weiße dazu. Sie nahm diese auch problemlos an.

Einige Tage später blieb auch die Braune endlich auf ihrem Nest sitzen. Weiß: 7    Braun: 12

Wie siehts aus mit aufstehen während der Brutzeit?

Die Weiße stand pro Tag c.a für 2 Stunden auf, das fand ich völlig in Ordnung. Die Braune dagegen wollte einfach nicht aufstehen. Manchmal hatte ich das Gefühl, wenn ich sie nicht hochjage, dass sie mir dann verdurstet. Also nahm ich sie zur selben Zeit vom Nest. Trinken wollte sie die ganzen Tage kaum, doch sie lief gern dann zu der Weißen.

Beide nutzten die Zeit mit fressen, rennen, rumgackern, Haufen machen (die so groß waren wie ein halbes Ei und auch enorm stanken) und sie badeten sogar im Sand, was sie sonst nie taten.

Wenn die Glucken also aufstehen, ist das nur gut für sie und auch für die Eier!

  • Die Glucken MÜSSEN unbedingt zwischendurch die Beine bewegen, das ist sonst nicht gut für die Muskeln usw.
  • Sie dürfen nicht auf die Eier machen, dadurch könnten Embryonen in den Eiern absterben
  • Essen und Trinken ist verständlich, sind halt Grundbedürfnisse ohne die kein Leben möglich ist
  • Sand baden ist gut gegen Ungeziefer, wo jedoch auch mit Medikamenten nachgeholfen werden sollte
  • Die Eier brauchen frische Luft, also frischen Sauerstoff, wofür sie auch mal runterkühlen dürfen

Umsetzen einer Glucke mit Eiern?

Das sollte vermieden werden, doch da es bei meiner Braunen doch sehr gefährlich werden könnte bei dem damaligen Nest, habe ich es einfach auf gut Glück probiert, das Nest mitsamt Glucke angehoben und vorsichtig in einen leeren Kaninchenstall gebracht. Erstaunt hat es mich schon, dass sie es zugelassen hat. Normalerweise kann man sie anstubsen und sie steht auf. Aber scheinbar gings, als ich nur das Nest unter ihr anfasste. Ich hatte nur ein wenig Angst, dass sie ihr Gleichgewicht verlagern könnte und so die Eier zerquetschen könnte. Doch auch das passierte nicht.

So muss es aber nicht immer laufen!!!

Es kann durchaus vorkommen dass die Glucke Schwierigkeiten dabei machen könnte und sich mit dem neuem Platz nicht anfreundet. Soweit ich gelesen habe, sollte man sie dann auf das Nest setzen und mithilfe eines kleinen Käfigs oder Ähnlichem, dafür sorgen dass sie dort nicht mehr runter kann.

Wie lang überleben die Eier ohne Wärme?

Die Frage stellte ich mich vor einigen Tagen. Im Internet fand ich nicht gerade die passende Antwort. Da schrieb man oft nur, dass sie wohl ne halbe Stunde überleben, aber das ist doch auch klar wenn man oben schaut…   Bei mir handelte es sich jedoch um eine ganze Nacht. über 12 Stunden schätzungsweise. Die Braune Glucke hatte ich ausversehen ausgesperrt aus dem Kaninchenstall, so kam sie nicht mehr zu ihren Eiern. (Ich dachte sie säße drauf, doch sie schien nicht von selbst vorher wieder reingegangen zu sein.) Allgemein hielt ich die Braune doch für eine eher unzuverlässige Mutter, doch c.a 4 Tage später das Ergebnis: alle Eier die außer die eine Nacht ohne Mutter, keine weiteren Störungen hatten, habens überlebt und die Küken sind geschlüpft, völlig ohne Schäden. (Das war vorgestern). Dazu im Internet:

  • Küken in Eiern haben verschiedene Stadien in denen sie unterschiedlich empfindlich sind
  • Sie entwickeln langsam eine eigene Wärme, was heißt, dass das Ei nicht unbedingt kalt ist, nur weils sich so von außen anfühlt.
  • zu lange Kälte kann den Küken schaden und umbringen. Soweit ich gelesen habe, kann Kälte dazu führen, dass die Eier länger brauchen oder lustiger weise eher als geplant schlüpfen. (Da ich bei meinen nicht den genauen Tag wusste, wann die Mutter anfing zu brüten, weiß ich nicht wie es damit bei mir aussieht)

Wie sehe ich ob was aus meinen Eiern wird?

Wenn man nach den ersten Tagen die Eier im dunkeln durchleuchtet, sollte man bei befruchteten die Adern oder sogar schon einen kleinen Punkt (Den Embryo) erkennen. Bei meinen beiden Glucken fand ich jeweils ein Ei, dass sich sehr von den anderen unterschied. Da konnte man Problemlos durchschauen und keine Adern finden. Kann man also mit einem Ei aus dem Geschäft vergleichen. So kann man unbefruchtete Eier finden und zur Seite tun. Nach ungefähr 17 Tagen oder etwas eher, checkt man die Eier noch einmal so durch, wenn die Eier nicht mehr wirklich durchleuchtet werden können, ist das Küken schon sehr groß. Also desdo mehr dunkle Stellen im Ei, desdo weiter das Küken.

Außerdem kann man, wenn die ersten Küken geschlüpft sind, und man sich bei anderen Eiern unsicher ist, diese ins Lauwarme Wasser legen vorsichtig. (Nach info aus dem Internet) Dann kann man wohl an der Wasseroberfläche die Bewegungen des Embryos sehen. Wenn die Wasseroberfläche komplett still bleibt, scheint wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit das Küken tot zu sein.

TIPP: nicht die Eier schütteln, damit tötet man ebenfals den Embryo

Schlupftag?

Der Schlupftag liegt normalerweise zwischen 19 und 21 Tagen. Keine Panik, sollten sie länger brauchen, bleibt die Glucke sitzen. Sie kann noch Wochen länger drauf sitzen, da sie erst durch das Piepsen und Regen der Küken eine Hormonumstellung bekommt, die ihr sagt dass sie bald aufstehen muss um die kleinen zu füttern.

mindestens einen Tag kommen die Küken ohne Futter aus, da sie das Eigelb im Magen haben und sich das einige Zeit hält. 2 Tage c.a bleibt die Glucke noch auf übrigen Eiern sitzen, regt sich dann aber immernoch nichts, geht sie mit den anderen Küken auf „Futtersuche“. Sie zieht also die Küken vor die noch da liegenden Eier.

Das traf auch vollkommen auf meine Weiße zu. Die Braune war zwar öfter schon gestern mit den Küken auf den Beinen, doch sie setzte sich auch schnell wieder aufs Nest. Dort liegen nähmlich noch 2 Eier die eine Weile außerhalb des Nestes lagen und dadurch nicht so weit entwickelt waren. Noch habe ich Hoffnung! Doch ich habe keine Ahnung wie weit die Eier zurück sind und kann daher nur abwarten.

Bei meiner Braunen sind alle anderen Küken am selben Tag geschlüpft, nur eins hatte es wohl nicht geschafft, doch Verluste gehören dazu. Bei der Weißen, haben die Küken länger gebraucht. Ich meine, es waren 3 Tage zwischen dem ersten und dem Letzten. Wobei wir die letzten dann der Braunen geben mussten, da die Weiße nach dem zweiten Tag nicht mehr warten wollte.

 

Glucken und Stress?

Stressen sollte man sie nicht. Besser wäre es auch wenn keine anderen Hühner in die Nähe kommen können.

Manche Glucken sind auch ohne Stress grausame Mütter, da muss man ein wenig mehr auf die Küken acht geben.

 

Erstaunliches Fazit: Die sonst so ruhige, mutige Weiße, die vernünftiger schien und sich nicht vom Nest verjagen ließ, geht jetzt eher unvorsichtig mit ihren Küken um. Sie ist sehr unruhig und gestresst, tritt oft die Küken und hat auch eins zerdrückt.

Die Braune dagegen ließ sich leicht vom Nest scheuchen, schob viel mehr Stress wenn man mal vorbei schaute und hatte allgemein auch viel mehr Angst. Jetzt wo die Küken da sind, ist sie jedoch sehr liebevoll und schon fast übervorsichtig. Die kleinen springen auf ihr herum und ärgern sie ohne Ende. Doch sie lässt es ruhig zu. Ich bin stolz auf sie.

Da sie aber auch zierlicher als die Weiße ist, aber viel mehr Küken hat, haben wir zur Vorsicht eine Wärmelampe neben ihr angebracht, sodass Küken die nicht unter sie passen, zum wärmenden Licht können.

Wenn noch Tipps, Fragen oder einfach so Interesse besteht mal zu schreiben, schreibt mir gern eine Mail

 

 

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