Pokemon Sonne und Mond – Abenteuer in Alola

Lange war die neue Pokemon-Generation Gesprächsthema Nummer 1 bei Nintendo-Fans. Noch nie gab es so viele Kurztrailer zum Vorstellen der neuen Modi und Pokemon. Jetzt sind Pokemon Sonne und Pokemon Mond endlich auf der ganzen Welt in den Läden erhältlich. Nachdem die Empörung über die Verschiebung des Veröffentlichungstermins in halb Europa abgeklungen ist, bereisen jetzt weltweit Kinder und Erwachsene die Alola-Region.

In den Spielen nimmt man die Rolle von einem elfjährigen, wahlweise männlichen oder weiblichen Protagonisten ein, der mit seiner Mutter aus der Kanto-Region nach Alola zieht, und dort durch eine Kette aus Ereignissen sein erstes Pokemon erhält und die Herausforderung der Inselwanderschaft annimmt. Die neue Region selbst ist an Hawai angelehnt, wie man schon auf mehreren Karten vor Release sehen konnte. Sie besteht aus vier einzelnen Inseln, auf denen es eine große Vielfalt von Pokemon gibt, die sich größtenteils sogar der Umgebung anpassen.
Die Starterpokemon stießen anfangs auf viel Kritik, wurden aber mit der Zeit immer beliebter. Bauz, der relativ kreative Pflanzenstarter, welcher seit Bisasam aus der ersten Generation erstmals wieder bereits in der ersten Form einen Zweittyp hat, nämlich Flug, stellt eine Eule dar, die viele in der letzten Stufe an Robin Hood erinnert. Flamiau, der eher obligatorische Feuerstarter, welcher in der letzten Stufe den seltenen Typ Feuer/Unlicht annimmt, ist ein Tiger, den viele als Wrestler sehen. Robball, der neuartige Wasserstarter, welcher in seiner letzten Stufe den recht neuen Zweittyp Fee bekommt, symbolisiert, wie der Name schon sagt, eine Robbe, die immer mehr zur Nixe wird. Alle drei könnten in der Endstufe Zirkustiere sein, was sie von den vorherigen Startern abhebt, da sie nie solch klare Gemeinsamkeiten hatten.
Schon relativ früh lernt man eine Menge neuer Charaktere kennen, etwa Professor Kukui, welcher seine Forschung auf die Attacken der Pokemon spezialisiert hat, seine mysteriöse Assistentin Lilly, die versucht, ihr scheinbar gestohlenes Pokemon zu vertecken, und Tali, den abenteuerlustigen Enkel des Inselkönigs Hala. Auch das klassische „böse Team“, stellt sich früh vor: Team Skull scheint zuerst eine Bande von sich selbst überschätzenden Halbstarken zu sein, die sich nur für den Diebstahl von Pokemon interessieren, aber durch Figuren wie Gladio und Bromley wird bald klar, dass sie in etwas Größeres verstrickt sind, ebenso wie die Aether-Foundation, welche behauptet, den Pokemon zu helfen und Team Skull entgegenzuwirken, an etwas arbeitet, von dem die Öffentlichkeit nicht wissen darf.
Das Ziel ist es, Inselwanderschaftschamp zu werden. Dieser Titel wird den Trainern verliehen, denen es gelingt, alle sieben Prüfungen der vier Inseln zu bestehen und danach die jeweiligen Inselkönige zu besiegen. Zeichen der Erfolge sind die Z-Kristalle, die einem Pokemon beim Tragen erlauben, einmal pro Kampf eine Attacke mit demselben Typ extrem zu verstärken. Sie sind die Belohnungen für Siege über Herrscher-Pokemon, besonders mächtige Pokemon am Ende von bestimmten Gebieten, welche man als Ersatz für die Arenaleiter ansehen kann.

Die Spiele verändern vieles am bekannten Pokemon-System, was zuerst abschreckend wirken mag, aber dank der guten Erklärung und Umsetzung finden sich sowohl alte Hasen als auch Neueinsteiger gut zurecht. Der frische Wind passt gut zum Setting der Region, die Freunde des Sommers schnell überzeugen kann, und die abwechslungsreichen Umgebungen ohne merkliche Missachtung der Naturgesetze erzeugt ein stärkeres Einfindungsgefühl als je zuvor. Auch der Inhalt selbst und vor allem der Schwierigkeitsgrad sind überraschend ansprechend, da man oft unerwartet in die Bredouille gerät, ohne nach Niederlagen frustriert zu sein.
Technisch übertrifft das Spiel die direkten Vorgänger, Omega Rubin und Alpha Saphir, merklich, nutzt aber nicht das volle Potential des 3DS. An einigen Stellen vermisst man den 3D-Effekt, und in Doppelkämpfen kommt es hin und wieder zu kleinen Bildfehlern. Allerdings machen die grandiose Grafik, die geniale, wenn auch anfangs gewöhnungsbedürftige Musik und der gewohnt sichere Online-Modus diese Schandflecken problemlos wett.

Insgesamt sind Pokemon Sonne und Pokemon Mond ein Muss für jeden Fan der Serie, und eine gute Gelegenheit für Anfänger und Pokemon Go-Spieler, in die Materie einzusteigen. Für die nahezu perfekte Umsetzung der lange erwarteten Änderungen und das Ausbauen der Traditionen bekommt die neue Generation 89 von 100 Punkten.

Bildquelle: Pokemon Official Press Site

Justin Löwe

Ich bin seit inzwischen sieben Jahren als Jugendreporter unterwegs, stand schon mehrmals in der NOZ und möchte hier den Leuten mit hochwertigen Berichten die Interessen der jüngeren Generation näherbringen

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