Angela Merkel: “Sie dürfen nicht vergessen: Im Kern geht es am 22. September um Sie!”

Egal ob mit orangen Hüten auf dem Kopf , “Angie”-Plakaten in der Hand , ganz  einfach in Zivil oder in ein Eisbär- Kostüm gequetscht. Eine kunterbunte Mischung von mehr als 5000 Menschen hat sich gestern Nachmittag gegen 16/17 Uhr auf dem Marktplatzt  in Osnabrück versammelt um die Kanzlerin zu sehen. Aber was für Erwartungen und Hoffnungen bewegten diese Menschen zu diesem Anlass? Ich habe mal nachgefragt!:

Viele sahen die Sache ganz locker: “Ich erwarte gar nichts davon. Was soll man sich erwarten?”, erklärte ein älterer Mann. Ebenso ein junger angehender Student: “Eigentlich erwarte ich gar nichts. Ich bin hier vorbeigekommen, hab grade Feierabend, war auf dem Rückweg und da dachte ich mir, wenn ich hier schon mal vorbeikomme, guck ich mir mal an wer unser Land regiert. Da ich vielleicht nochmal vorhabe zu studieren, wäre es schön, wenn sie auf die Studenten eingeht. Ich kann´s mir zwar nicht vorstellen, ich denke die Rede wurd eher allgemein ausfallen. Mal sehen vielleicht kommt ja noch was überraschendes!  Ein Junge mit Angie Plakat nimmt die Sache freudig gelassen:” Ich wollt`mal gucken, was die halt so vorhat. Ich wollte sie einfach nur mal sehen.”

Durch einer kleinen musikuntermalten Verspätung von zehn Minuten, glich das Warten nahezu einem Festival. Doch dann war es soweit. Angela Merkel betritt die Bühne vor dem Rathaus und macht einen ebenso gelassenen Eindruck, wie die Mehrheit der Zuschauer: Auf die Frage der Moderatorin woran die Verspätung lag, ob es sich wieder um einen Blitzeinschlag in das Flugzeug handelte, sagte die Kanzlerin, die Maschine sei diesmal schon von vorneherein kaputt gewesen und nahm es mit Humor und bewies damit schon mal eine gesunde Ladung Menschlichkeit. “Sie haben ja ein straffes Programm neben dem Regieren. Heute sind Sie drei mal unterwegs in Sachen Wahlkampf (…) Wissen Sie dann eigentlich ganz ehrlich noch wo sie sind? “, fragt die Moderatorin weiter.  “Naja. Also Osnabrück und Wuppertal kann ich schon noch auseinander halten” scherzt “Angie” und bringt die Zuschauer zum Lachen. Doch dann geht es zum ernsten Teil über: Die Kanzlerin stellt ihre CDU Kollegen vor und dann beginnt, das worum es geht, ihre Rede an die Bürger.

Zuallererst verweist Angela Merkel auf die Tatsache, dass es bei der Wahl nicht um die Parteien geht, sondern um die Bürgerinnen und Bürger selbst. Jetzt solle jeder überlegen in seiner konkreten Lebenssituation, welche Vorstellungen man für die nächsten vier Jahre habe, was man sich für sein Leben wünsche, welche Träume man habe, aber auch welche Sorgen man habe. Nachdem Sie dies klar gemacht hatte, erklärte sie. ” Es gibt Dinge, da finden wir, die CDU, dass das nichts ist, was sie Politik entscheiden kann. ” Als Beispiel nannte sie die Frage wann die Leute Fleisch essen sollen und wann nicht. (…) Die Leute sollen wählen können, entscheiden können.”(…)  Sie freue sich darüber, dass wir alle unterschiedlich sind. “Wir freuen uns, dass jeder von Ihnen andere Stärken hat.” Denn, “ein Starkes Land”, so Merkel entstehe aus der Vielfalt der Stärken aller Menschen.” Dies betont Sie besonders in Bezug auf die Arbeitslosigkeit.” Fast 3 Millionen Arbeitslose sind noch viel zu viel.” Da stelle sich dann die Frage, wer eigentlich Arbeitsplätzte schaffe und wie das eigentlich passiere. Die Antwort: “Also müssen wir Menschen haben in unserem Land, die wollen was unternehmen. Die gründen ein Unternehmen, weil sie eine Idee haben. (…) Und wenn man eine gute Idee hatte, dann hat man viele Arbeitsplätzte und dann schafft man auch Arbeitsplätze. Dies ist für Angela Merkel ein eindeutiges Argument gegen Steuererhöhung. “Wenn wir jetzt aber den Erfolgreichsten als erstes die Steuern erhöhen, dann kann es passieren, dass die keine Lust mehr haben, größer zu werden, mehr Arbeitsplätze zu schaffen und dann haben wir zum Schluss weniger Steuereinnahmen und deswegen sind Steuererhöhungen falsch, meine Damen und Herren.” Wichtig seien aber auch gute Arbeitnehmer, jeder solle einen Beruf lernen können, jeder von denen, dies  vor 10 Jahren nicht konnten sollen eine zweite Chane bekommen, da wir heute auf dem Arbeitsmarkt besser dastehen.  Auch der demographische Wandel wurde zum Thema:”Wir sind aufeinander angewiesen zwischen den Generationen und dieser Zusammenhalt der Generationen wird in den nächsten Jahren noch eher eine Rolle spielen.” Allein in den nächsten zehn/fünfzehn Jahren werden wir am Ende diese 15 Jahre, 6 Millionen weniger Menschen im Erwerbsleben haben und 5 Millionen mehr Rentnerinnen und Rentner. Damit das Land dann noch gut funktioniert, sei es wichtig, dass jeder junge Mensch Arbeit hat und trotzdem weiterhin die Erfahrung der Älteren genutzt wird. Was die Rente betrifft plant Merkel, was ihrer Meinung nach “ein Stück Gerechtigkeit  ist und zwar Gerechtigkeit gegenüber Frauen.” Gemeint sind Frauen, die vor 1992 Kinder bekommen haben. Sie sollen ein Jahr mehr Anerkennung im rentenrecht bekommen, d.h. 28€. Wer zwei Kinder großgezogen hat bekäme somit 600€ mehr Rente im Jahr.  Was die gerechte Entlohnung betrifft, sprach sich Angela Merkel gegen eine politische Festlegung aus. Sie glaube, dass die Gewerkschaften und die Arbeitgeber mehr von der Findung von Löhnen verstehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.