Das deutsche Wahlsystem

Wirft man nur einen Blick in die Medien, so wird man praktisch von Politik erschlagen. Egal ob das wieder die neusten "Fauxpas" von Trump, die Wahlen in unseren Nachbarstaaten Niederlande und Frankreich oder unsere internen Landestagwahlen sind. Politik spielt gerade in 2017 eine wichtige Rolle - weil im September dieses Jahres die Bundestagwahlen sind.

Und ein großer Teil unserer Gesellschaft denkt sich: Wieso ist das wichtig? Es kommen eh wieder die gleichen Parteien an die Macht. Aber eben genau so ein Gedankengang führt dazu, dass immer nur die gleichen Parteien gewählt werden.

Nun, wie kann man sowas denn verhindern?

In den man aktiv in das Geschehen in Form von Wahlen eingreift!

Die Wahl für den 19. Bundestag ist am 24. September. Und jeder, der mindestens achtzehn Jahre alt ist, mindestens seit drei Monaten in Deutschland lebt und aus keinen anderen Gründen vom Wahlrecht ausgeschlossen ist, darf seine Stimme abgeben (dies nennt sich Aktives Wahlrecht).

In den letzten Tagen sollte, falls diese Kriterien auf euch zutreffen, die benötigte Wahlbenachrichtigung im Briefkasten liegen. Diese sagt euch, wo eurer zugewiesener Wahlraum ist (normalerweise in der nächsten Schule) und muss am Tag der Wahl mit einem Personalausweis oder Reisepass vorgelegt werden. Außerdem kann man mit diesen auch einen Wahlschein beantragen, falls man einen anderen Wahlraum der Umgebung nutzen will oder die Briefwahl beantragen will.

In Deutschland wird eine allgemeine, unmittlebare, freie, gleiche und geheime Wahl durchgeführt.

Diese Punkte bedeuten Folgendes:

  • allgemein: Alle Staatsbürger, die die oben genannten Kriterien erfüllen, können wählen und gewählt werden (passives Wahlrecht).
  • unmittelbar: Der Wähler wählt die Abgeordneten direkt. Zum Vergleich: Bei der Präsidentschaftswahl in der USA wählt man indirekt in Form von Wahlmänner, welche die Abgeordneten wählen.
  • frei: Auf den Wähler darf kein Druck ausgeübt werden. Für wen der Wähler seine Stimme abgibt oder ob der Wähler überhaupt sein Wahlrecht nutzt, liegt bei den Wähler selber.
  • gleich: Jede Stimme hat den gleichen Wert.
  • geheim: Die Wahl ist geheim und keiner kann die Stimmen des Wählers zurückverfolgen.

Bei der Wahl selber hat man zwei Stimmen - die Erst- und Zweitstimme.

Mit der Erststimme wählt man einen direkten Abgeordneten für den jeweiligen Wahlbezirk. Diese Stimme entscheidet, ob der Abgeordnete einen Platz im Bundestag bekommt oder nicht. Mit der Zweitstimme wählt man hingegen die Partei. Diese Stimme hat Einfluss auf die Menge der Sitze im Bundestag für die jeweilige Partei.

Für beide Kategorien hat man jeweils eine Stimme. Man darf auch auf eine Stimme verzichten, sodass man zum Beispiel keine direkten Abgeordneten, sondern nur eine Partei wählt. Mehr als ein Kreuz pro Kategorie oder Bemerkungen auf den Wahlzettel machen diesen jedoch ungültig.

Man darf auch seine Stimmen "splitten". Das heißt man wählt den Abgeordneten A für die Partei B bei der Erststimme und die Partei C mit die Zweitstimme. Solange es nur bei einen Kreuz pro Kategorie bleibt, ist das erlaubt.

Damit der Bundestag nicht zu viele kleine Parteien enthält, gibt es die Fünf-Prozent-Hürde. Das bedeutet, dass die Partei mindestens 5% aller Stimmen erhalten muss, um in den Bundestag einzuziehen. Deswegen macht es normalerweise wenig Sinn seine Zweitstimme für nicht etablierte Parteien zu benutzen. Parteien, die im Laufe der Geschichte im Bundestag von Bedetungen waren, sind die CDU/CSU, die SPD, die Grünen, die FDP und die Linken.

Falls man trotzdem eine eher kleinere Partei unterstützen möchte, sollte man dies mit der Erststimme tun. Falls eine Partei es schafft genug Stimmen für mindenstens drei Direktmandate zu bekommen, so kriegt die jeweilige Partei die Sitze, selbst wenn sie unter der Fünf-Prozent-Hürde ist.

Aber wen soll man nun wählen?

Die Frage muss jeder für sich selbst entscheiden. Am besten lest ihr euch die Parteiprogramme der großen Parteien durch und schaut, welche Partei die meisten Schnittflächen mit eurer persönlichen politischen Meinung hat.

Der Wahl-O-Mat kann auch eine gute Hilfestellung geben, aber die erste Methode gibt doch einen besseren Überblick.

Am Ende ist, ob und wie eure Stimme nutzt, eure Sache. Aber ihr habt nur alle vier Jahre die Möglichkeit die Politik auf so einer entscheiden Ebene zu beeinflussen. Nutzt sie.

 

Kira Vlasenko

Chefredakteurin von diefeder.net. Junge Idealistin und Perfektonistin mit einer Vorliebe für Bücher, Musik – besonders in die Richtung Progressiv und Symphonic Metal – und Cartoons.

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